„Sollen wir individuell bauen oder ein modulares System nehmen?" Diese Frage stellt sich vielen Ausstellern – und wird zu oft vorschnell beantwortet. Aus unserer täglichen Beratungspraxis lässt sich festhalten: Es gibt keine grundsätzlich bessere oder schlechtere Lösung. Es gibt nur die richtige Antwort für die jeweilige Messestrategie. Dieser Artikel hilft Ihnen, sie zu finden.
Was modulare Systeme leisten
Moderne modulare Tragwerke – BeMatrix, Octanorm-Profile, Aluminium-Steck- oder Klemmsysteme – sind keine Pappaufsteller mehr. Sie ermöglichen Stände, die in Ausführung und Wirkung von außen kaum von einem Individualbau zu unterscheiden sind. Die Tragwerke sind aus eloxiertem Aluminium gefertigt, modular kombinierbar, und werden mit Stoff-, Holz- oder gedruckten Tafelelementen verkleidet.
Was sie können: flexible Layouts für unterschiedliche Standflächen, schnelle Auf- und Abbauten, hohe Wiederverwendbarkeit über viele Messezyklen, und damit eine deutlich günstigere Kostenposition über den Lebenszyklus.
Wann sich ein modulares System klar lohnt (Miete oder kaufen?)
- Sie nehmen pro Jahr an drei oder mehr Messen teil. Erst dann lohnt sich für den Aussteller die Anschaffung eines Messestand-Systems. Die Investition zahlt sich durch die Wiederverwendbarkeit über mehrere Einsätze aus. Bei zwei Messen pro Jahr ist die Rechnung nüchtern – i.d.R. ist der Mietstand über den Messebauer die günstigere Lösung.
- Ihre Standflächen variieren stark. Wer mal 60, mal 120, mal 200 Quadratmeter bucht, profitiert von der Skalierbarkeit modularer Systeme erheblich.
- Ersparnis bei Lager- und Logistikkapazitäten. Modulare Systeme lassen sich auf wenig Volumen zerlegen und sind transportfreundlich, was entsprechend zu Einsparungen führt.
- Nachhaltigkeit ist Teil Ihrer Markenkommunikation. Programme wie Better Stands Gold lassen sich mit modularen Systemen leichter erfüllen, weil die Wiederverwendung dokumentierbar ist.
- Sie wollen Aufbauzeiten reduzieren. Modulare Stände sind in der Regel deutlich schneller auf- und abbaubar, dadurch lassen sich Personalkosten reduzieren.
Wann der Individualbau die richtige Wahl ist
- Sie zeigen Produkte mit ungewöhnlichen Maßen oder Gewichten. Schwere Maschinen, hohe Exponate oder spezielle Inszenierungen brauchen oft maßgefertigte Tragstrukturen.
- Ihre Markenidentität verlangt eine sehr spezifische Architektur. Geschwungene Wandformen, charakteristische Materialien (Naturstein, Massivholz), präzise Farbführung – das ist mit modularen Systemen oft nur mit Kompromissen erreichbar.
- Sie nehmen nur einmal jährlich an einer Premium-Messe teil. Wenn der Auftritt einmaligen Charakter hat, lohnt sich die Investition in Maßarbeit eher als die Vorhaltung eines Systems.
- Einbauten brauchen außergewöhnliche Statik. Doppelstöckige Stände, freitragende Konstruktionen, schwere Beleuchtungstraversen – hier kommen Standardsysteme an Grenzen.
Die hybride Lösung – häufig die wirtschaftlich beste
In der Praxis kombinieren wir bei der Mehrzahl unserer Projekte beide Ansätze. Das modulare Tragwerk gibt die schnell aufbaubare Grundstruktur, individuell gefertigte Designelemente verleihen dem Auftritt einen unverwechselbaren Charakter. So entsteht ein Stand, der nach außen wie ein Premiumindividualbau wirkt – aber sich rechnet wie ein Modulsystem.
Ein typisches Beispiel: Das Aluminium-Tragwerk ist die statische Basis. Davor stehen ein massiver Empfangstresen mit Steinplatte, eine hinterleuchtete Markenwand mit signifikanten Lichtelementen und individuell entworfene Sitzgruppen. Das Tragwerk wird wiederverwendet, die Sonderelemente nach drei bis vier Einsätzen erneuert.
„Modular und individuell sind keine Gegensätze. Klug kombiniert sind sie die wirtschaftlich überlegene Lösung."
Was bei der Entscheidung wirklich zählt
Statt sich auf eine grundsätzliche Antwort festzulegen, empfehlen wir unseren Kunden eine konkrete Aufstellung: Wie viele Messen pro Jahr? Welche Größenordnungen? Wie wichtig ist Wiedererkennung über Jahre hinweg? Welche Lager- und Logistikkosten lassen sich vermeiden? Was ist Ihr Nachhaltigkeitsanspruch? Erst danach lässt sich seriös beraten.
Wir erstellen in der Regel für unsere Kunden verschiedene Konzeptvarianten zur Auswahl. Inzwischen ist dabei unser BeMatrix-System meistens die Grundstruktur für die Wandbauten, um auch die statischen Vorgaben der Messen erfüllen zu können. Reine Individualstände werden dagegen immer mehr zur Ausnahme, um gerade auch der Müllreduzierung und der Wiederverwendbarkeit gerecht zu werden.
Welcher Ansatz passt zu Ihrer Messestrategie?
Wir analysieren Ihre Vorgaben und schlagen Ihnen die wirtschaftlich beste Lösung vor.
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